Fallstudie · Relaunch-Rettung
SKOLISOHLE®

121 Suchbegriffe zurückgeholt, die ein Relaunch verloren hatte

Nach einem Website-Relaunch ohne Weiterleitungen waren bei SKOLISOHLE® 16 Adressen tot — und mit ihnen die Platzierungen von 121 Suchbegriffen. Allein an einer einzigen Seite hingen 57 davon. Wir haben die verlorenen Inhalte aus dem Internet Archive rekonstruiert, alle Adressen unter ihrem alten Namen wiederhergestellt und die Website ohne Ausfall auf einen neuen Server gebracht.

Die Rettung war dabei nur die halbe Aufgabe. Die andere: der Marke ein eigenes Zuhause geben — mit einer Kaufstrecke, die dort auch endet.

Die Website skolisohle.com in der Desktop-Ansicht und auf dem Smartphone: Startseite mit der Überschrift „Das körpereigene Potenzial wecken“
Die neue Marken- und Inhaltsseite unter skolisohle.com — Desktop und Mobil aus einer Vorlage.
Ausgangslage

Ein Relaunch, der die halbe Sichtbarkeit mitnahm

SKOLISOHLE® ist eine Trainingssohle, mit der sich Haltung in zweimal fünf Minuten am Tag trainieren lässt — ein erklärungsbedürftiges Produkt, dessen Käufer typischerweise erst recherchieren und dann kaufen. Sichtbarkeit in der Suche ist für so ein Produkt keine Nebensache, sondern der Vertriebsweg.

Beim Relaunch der Website wurden die alten Adressen nicht auf die neuen weitergeleitet. Für Besucher hieß das: Fehlermeldung statt Inhalt. Für Google hieß es: Die Seite, die dort jahrelang stand, existiert nicht mehr — und die Platzierungen, die sie sich erarbeitet hatte, gelten nicht mehr.

Der Befund im Einzelnen:

16 tote Adressen

Unterseiten, die vorher erreichbar waren und nach dem Relaunch ins Leere liefen — ohne Weiterleitung auf einen Ersatz.

121 betroffene Suchbegriffe

Begriffe, für die diese Seiten in der Suche auftauchten. Mit der Adresse verschwand auch die Platzierung.

57 an einer einzigen Seite

Eine Unterseite trug fast die Hälfte der gesamten Suchsichtbarkeit. Ihr Verlust wog schwerer als alle anderen zusammen.

8 verschwundene PDFs

Dokumente, die aus dem alten System nicht übernommen wurden — teils verlinkt, teils selbst in der Suche auffindbar.

Ohne Sicherung des alten Systems gab es zunächst keinen Weg zurück: Die Inhalte waren nicht mehr da, und niemand wusste vollständig, was genau gefehlt hat.

Wie unmittelbar der Schaden wirkte, zeigte eine Messreihe, die wir kurz nach Projektstart angelegt haben: Der Suchbegriff „skoliose kind“ stand am 22. Juli auf Platz 12 — einen Tag später auf Platz 64. Und von den sechs Begriffen, für die die Website zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch gefunden wurde, zeigten vier auf eine Seite, die es nicht mehr gab. Google hielt die Adresse noch im Index, der Besucher landete auf einer Fehlermeldung. Genau diese Substanz war die Rettung wert.

Der eigentliche Auftrag

Zwei Marken, eine Website — der Geburtsfehler

Hinter dem Relaunch-Schaden lag ein älteres, größeres Problem. SKOLISOHLE® ist ein eigenständiges Produkt mit eigener Zielgruppe — die Inhalte dazu lagen aber über Jahre auf der Website einer anderen Marke desselben Hauses. Das Produkt hatte gewissermaßen kein eigenes Zuhause.

Das hat zwei Folgen, die beide Geld kosten:

Die Marken nehmen sich gegenseitig die Sichtbarkeit

Bei Projektstart konkurrierten zwei Domains desselben Hauses um 15 gemeinsame Suchbegriffe. Google muss dann entscheiden, welche der beiden Seiten die passendere ist — und keine von beiden gewinnt so deutlich, wie eine allein es könnte.

Die Marke bleibt unsichtbar

Wer nach dem Produkt sucht, landet auf einer Seite, die vor allem eine andere Marke erklärt. Das kostet Vertrauen genau an der Stelle, an der ein erklärungsbedürftiges Produkt es am dringendsten braucht.

Der Auftrag lautete deshalb nicht nur „Rankings retten“, sondern: eine eigenständige Marken- und Inhaltsseite aufbauen, auf der das Produkt vollständig erklärt wird — und auf der der Interessent nicht nur liest, sondern auch kaufen kann. Die Trennung sauber zu ziehen, ohne der Schwestermarke zu schaden, war dabei die eigentliche Denkarbeit: Beide Seiten gehören demselben Unternehmen, ein Verdrängungswettbewerb im eigenen Haus hilft niemandem.

Vorgehen

Rekonstruieren statt neu erfinden

1

Verluste sichtbar machen

Zuerst die Frage klären, die vorher niemand beantworten konnte: Welche Adressen gab es, welche Suchbegriffe hingen daran, und wie viel Sichtbarkeit steckte in welcher Seite? Erst mit dieser Liste war klar, was sich zu retten lohnt.

2

Inhalte aus dem Archiv holen

Die verschwundenen Seiten lagen im Internet Archive noch als Momentaufnahme vor. Aus diesen Beständen haben wir Texte, Struktur und die acht PDFs wiederhergestellt.

3

Alte Adressen wiederherstellen

Entscheidend: Die Inhalte kamen unter demselben Adressnamen zurück, unter dem sie vorher standen. Nur so findet die Suchmaschine wieder, was sie einmal bewertet hatte.

4

Umzug ohne Ausfall

Der anschließende Serverwechsel lief serverseitig statt über den heimischen Anschluss: 7.316 Dateien, null Fehlermeldungen, Sekunden statt Stunden.

Der schnellste Teil war dabei der technische. Die eigentliche Arbeit steckte in Schritt 1 — herauszufinden, was überhaupt fehlt, wenn niemand mehr weiß, was einmal da war.

Ergebnis

Was am Ende stand

Alle 16 Adressen wieder erreichbar

Unter ihrem ursprünglichen Namen — die Voraussetzung dafür, dass vorhandene Platzierungen überhaupt zurückkommen können.

8 PDFs zurück im Bestand

Wiederhergestellt und erneut verlinkt, statt sie als verloren abzuschreiben.

7.316 Dateien fehlerfrei umgezogen

Serverseitiger Transfer ohne einen einzigen Abbruch — und ohne Ausfallzeit für Besucher.

Nachvollziehbare Grundlage

Eine vollständige Liste, welche Seite welche Suchbegriffe trug. Was vorher niemand wusste, ist jetzt dokumentiert.

Dazu das, was die Seite von einer reinen Informationsseite unterscheidet: eine funktionierende Kaufstrecke unter der eigenen Marke. Sie ist bewusst als Zwei-Klick-Lösung gebaut — beim Seitenaufruf lädt kein fremdes Skript und wird kein Cookie gesetzt, erst der Klick auf „Größe wählen und bestellen“ startet den Bestellvorgang. Das erspart der Seite einen Einwilligungsbanner und hält sie schnell. Wo der Kauf technisch abgewickelt wird, steht vor dem Klick offen da — keine Überraschung im Bestellprozess.

Zur Ehrlichkeit gehört: Wiederhergestellte Adressen bringen Platzierungen nicht über Nacht zurück. Suchmaschinen brauchen Zeit, um erneut zu crawlen und neu zu bewerten, und nicht jede Position kommt vollständig wieder. Was die Rettung leistet, ist die Voraussetzung dafür — ohne sie wäre die Sichtbarkeit endgültig verloren gewesen.

Messstand

Wo das Projekt heute steht

Weil Referenzseiten dazu neigen, nur Erfolge zu zeigen, halten wir hier den tatsächlichen Stand fest — auch wenn er noch keine Erfolgsmeldung hergibt.

Stand August 2026, wenige Tage nach dem Livegang: Eine messbare Erholung der Platzierungen gibt es noch nicht. Die Sichtbarkeit liegt seit Anfang August weitgehend unverändert; der leichte Anstieg, den die Kurve zeigt, fand vor dem Livegang statt und ist ihm nicht zuzurechnen. Google hat die wiederhergestellten Adressen zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig erneut besucht.

Das ist keine Enttäuschung, sondern der erwartete Verlauf. Nach einer Wiederherstellung dieser Art rechnen wir mit vier bis acht Wochen, bis sich belastbar zeigt, wie viel der verlorenen Sichtbarkeit zurückkommt. Gemessen wird täglich über alle 43 beobachteten Suchbegriffe; diese Seite wird mit den Ergebnissen fortgeschrieben.

Übertragbar

Was andere daraus mitnehmen können

Dieser Fall ist kein Einzelfall, sondern der häufigste teure Fehler bei Website-Relaunches. Drei Punkte, die ihn verhindern:

Adressliste vor dem Relaunch

Bevor die neue Seite live geht: alle bestehenden Adressen erfassen und festlegen, wohin jede einzelne künftig zeigt. Diese Liste ist in einer Stunde erstellt und spart Monate.

Weiterleitungen sind Pflicht

Jede alte Adresse braucht eine dauerhafte Weiterleitung auf ihren inhaltlichen Nachfolger. Nicht pauschal auf die Startseite — das wertet die Suchmaschine wie eine Fehlermeldung.

Altsystem nicht sofort löschen

Das alte System noch einige Wochen behalten, mindestens als vollständige Sicherung. Ohne sie bleibt nur das Internet Archive — und das ist Glückssache.

Ob Ihre Website betroffen ist, zeigt ein Link-Audit zusammen mit einem Blick auf die verlorenen Adressen. Wie sich der Gesamtzustand erheben lässt, steht unter SEO-Audit.

Häufige Fragen

Relaunch und Rankingverlust — kurz beantwortet.

Warum verliert eine Website nach dem Relaunch ihre Rankings?
Weil Suchmaschinen Platzierungen an einzelne Adressen binden, nicht an die Website als Ganzes. Ändert sich beim Relaunch die Adressstruktur und fehlen Weiterleitungen, sieht die Suchmaschine die alten Seiten als verschwunden an — und die neuen als unbekannt. Die aufgebaute Bewertung greift dann für keine von beiden.
Kann man verlorene Inhalte ohne Backup wiederherstellen?
Oft ja. Das Internet Archive speichert Momentaufnahmen vieler Websites, aus denen sich Texte, Struktur und teils auch Dokumente rekonstruieren lassen. Vollständigkeit ist allerdings nicht garantiert: Erfasst ist nur, was der Archiv-Crawler zufällig besucht hat. Ein eigenes Backup bleibt der sichere Weg.
Reicht es, alle alten Adressen auf die Startseite weiterzuleiten?
Nein, und es schadet sogar. Eine Sammelweiterleitung auf die Startseite behandelt Google in der Regel wie eine Fehlerseite, weil der Inhalt nicht dem entspricht, was der Besucher gesucht hat. Jede Adresse gehört auf ihren inhaltlichen Nachfolger.
Wie lange dauert es, bis die Rankings zurückkommen?
Das hängt davon ab, wie schnell die wiederhergestellten Seiten erneut gecrawlt und bewertet werden — in der Regel Wochen bis Monate. Eine vollständige Rückkehr auf die alten Positionen ist nicht garantiert. Wer schnell handelt, hat deutlich bessere Aussichten als jemand, der den Verlust erst nach einem halben Jahr bemerkt.
Woran erkenne ich, ob mein Relaunch Sichtbarkeit gekostet hat?
Zwei Signale: In der Google Search Console steigt die Zahl der Fehlerseiten deutlich an, und die Impressionen fallen ab dem Relaunch-Datum spürbar. Beides lässt sich in wenigen Minuten prüfen — vorausgesetzt, die Search Console war vorher eingerichtet.
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